Liebe Freundinnen und Freunde des New Israel Fund Deutschland,

 

Stellenausschreibung: Junge, Nahost-erfahrene Leute gesucht!

 

Wir hatten immer drei Herausforderungen: Wie binden wir den NIF in den hiesigen Strukturen ein? Wie schaffen wir es, nicht nur der israelischen und palästinensischen, sondern auch der deutschen Gesellschaft etwas zurückzugeben? Und – wie erreichen wir all jene jungen Leute, die Nahost-erfahren sind und diese Erfahrung durch gesellschaftliches Engagement weiter entwickeln wollen?

 

Die Antwort auf alle drei liefert unser neu initiiertes, vom Berliner Senat unterstütztes Peerbasiertes Interkulturelles Bildungsprogramm an Berliner Schulen, in Kooperation mit der Berliner Bildungsverwaltung und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. Die Inspiration für das Programm lieferte das Konzept der „Shared Society“, das von vielen NIF-NGOs gefördert wird.

 

Für dieses Programm suchen wir nun junge TrainerInnen mit Nahost-Erfahrung, die ihr Wissen und ihre Kenntnisse auch hier, in Berlin, einsetzen möchten. Alle Details können der beigefügten Ausschreibung entnommen werden. Kennen Sie Personen, gibt es vielleicht Alumni Ihrer Organisationen und Stiftungen, die dafür ansprechbar wären?

 

Im zweiten Schritt werden wir PatInnen für Unterrichtseinheiten des Projekts suchen: Der NIF, zusammen mit dem Berliner Senat, bildet die TrainerInnen aus, womit wir es Einzelpersonen, Stiftungen und Organisationen ermöglichen, Unterrichtseinheiten über „Shared Society“ für Berliner (und im weiteren Verlauf bundesweiten) Schulen zu „spenden“. Damit tut man zweimal Gutes: Für unsere Gesellschaft hier, und – durch die Unterstützung des NIF – für die israelische Zivilgesellschaft.

 

Auftaktveranstaltung – Shared Society in Berlin!

 

Das Ganze wird mit einer Veranstaltung eingeläutet, die am 8.11.2018 um 17:00 in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung stattfindet. Norbert Kron wird aus seinem gefeierten Buch „Ein Zuhause in der Fremde“ lesen, danach sprechen Prof. Sabine Achour und Prof. Thomas Eppenstein über Vielfalt und Herausforderungen in der Berliner Shared Society. Riad Othman (Medico International), Abeer Halabi (NIF-Shatil), und ich (NIF-Deutschland) werden, von Shelly Kupferberg moderiert, uns dieser Thematik im Gespräch mit dem Publikum annähern. Einzelheiten und Anmeldungsinformationen finden Sie HIER.

 

Sie sind alle herzlich eingeladen!

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ofer Waldman

 

„Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.“
Christa Wolf

 

Wir, die Mitglieder des Vorstands des New Israel Funds Deutschland, stellen uns entschieden und mit aller Vehemenz gegen den Missbrauch der jüdischen Stellung innerhalb der deutschen Gesellschaft, um rassistischen, geschichtsrevisionistischen, ausländerfeindlichen und nicht zuletzt antisemitischen Strömungen einen Koscher-Stempel zu verleihen. Ein solcher Missbrauch stellt die Etablierung einer jüdischen Gruppe innerhalb der AfD dar.

 

Eine Zivilgesellschaft lebt von ihrer Vielfalt, die natürlich auch eine Vielfalt der Meinungen ist. Dafür setzten wir uns ein, ob in Israel oder in Deutschland. Wir tun dies aus einem historischen Bewusstsein als Jüdinnen und Juden, das uns allerdings gleichzeitig ermahnt und verpflichtet, die Werte der Demokratie, der Menschenrechte, der Toleranz und Gleichberechtigung aller mit unserer ganzen Kraft zu verteidigen.

 

Die Herausforderungen, vor denen diese Werte stehen, treten weltweit auf: Sie sind genauso wenig „israelisch“ wie sie „amerikanisch“, „polnisch“, „ungarisch“, oder „deutsch“ sind. Doch überall wo sie herausgefordert sind, werden diejenigen die sie verteidigen, alle Mitglieder des NIF an ihrer Seite finden. Und diejenigen, die Fremdenhass und Intoleranz verbreiten werden immer und überall die Mitglieder des NIF als ihre unerbittliche Gegner entdecken.

 

Wir freuen uns, diese Erklärung als Teil eines jüdischen wie auch allgemeinen Ensembles, das aus allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu vernehmen ist, zu wissen.

 

Der Vorstand des New Israel Fund Deutschland

 

Ofer Waldman, Vorstandvorsitzender
Dr. Roger Dreyfus
Dr. Susan Lorenco
Amir Theilhaber
Adina Stern

 

Liebe Freundinnen und Freunde des NIF,

wir wollen über unser letztes NIF-Gespräch mit Dr. Gill Murciano, Nahostexperte bei der SWP – Stiftung Wissenschaft und Politik, am 04.12.2017 berichten.
Dr. Gill Murciano ist Experte auf den Gebieten der Israelischen Außen- und Sicherheitspolitik. Zudem unterrichtet er als Dozent der internationalen Politik des Mittleren-Ostens an der Hertie School of Governance Berlin. Davor war er ein Fox Fellow an der Yale Universität und arbeitete als Außenpolitikanalytiker am Reut Institute of Strategic Thinking in Tel-Aviv.

 

Dr. Gil Murciano:

 

Israel trifft auf Iran in Syrien: Die Gefahren der aktiven Eindämmung

Der Umschwung von Chaos zu einer aufkommenden Ordnung in Syrien bewegt Israel dazu, ihre Auffassung und Strategie einer eingeschränkten Intervention zu ändern und anstelle dessen eine proaktive Herangehensweise aufzunehmen um gegen den wachsenden iranischen Einfluss auf die Region anzugehen. Diese neue israelische Herangehensweise in Verbindung mit dem fehlenden Sicherheitsregime in Syrien erhöht die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Eskalation zwischen dem israelischen und iranischen Lager. Deutschland hat zum einen eine einzigartige Kapazität und zum anderen ein besonderes Interesse eine solche Eskalation zu verhindern, indem es ein neues Sicherheitsregime an der nördlichen Grenze Israels unterstützt.

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Sehr verehrte Damen und Herren,

 

Mein Vater kämpfte im 67-Krieg, der vor genau 50 Jahren tobte.

Er war 25 Jahre jung. Ängstlich, wie er mir erzählte. Er kämpfte in seiner Heimatstadt Jerusalem, und war bei den ersten Truppen, die in das Westjordanland marschierten.

 

Ich bin in die Realität geboren, die der Krieg erschuf. Ich kenne keine andere, wie inzwischen die meisten Palästinenser und Israelis. Durch die Augen meines Vaters sah ich wie die Geschichte des Krieges sich über die Jahre verwandelte zu einer Geschichte der Sorge und der Angst, Angst vor den Auswirkungen der 50-jährigen Besatzung der palästinensischen Gebiete. Auf Besetzer und Besetzte zugleich. Angst um die Zukunft Israels. Um seine Demokratie, seine Werte, seine Gesellschaft.

 

Ein Volk haftet für seine Staatlichkeit, sagte einst Karl Jaspers. Auf Hebräisch gilt dasselbe Wort für Haftung und Verantwortung: „Achrajut“. Und die effektivste Form dieser „Achrajut“ ist beim New Israel Fund, kurz NIF, verkörpert.

 

Der NIF ist die führende israelische Organisation zur Förderung von Demokratie, Menschenrechten, und den Werten einer toleranten und friedlichen Zivilgesellschaft. Wir sind die Plattform die die meisten israelischen Menschenrechtsorganisationen unterstützt, sowohl finanziell als auch organisatorisch.

 

Und diese Haftung gilt auch hier in Deutschland.

 

Vor 2 Jahren feierten wir 50 Jahre deutsch-israelischer diplomatischer Beziehungen, nun gedenken wir 50 Jahre Besatzung. Beim ersten Jubiläum wurden die Werte der liberalen Demokratie gefeiert; das heutige Jubiläum markiert ihre akute Gefährdung.

 

Wir, beim NIF-Deutschland, glauben an die deutsch-israelische Freundschaft. Eine Freundschaft, die ihren Namen verdient. Die auf den Werten der Demokratie und der Menschenrechte basiert. Eine Freundschaft die Kritik zulässt. Denn auch eine selbstkritische, reflektierte israelische Stimme ist kein Zeichen der Schwäche: Sondern der Stärke.

 

Der NIF-Deutschland sucht nach Unterstützung und Partnern für die Organisationen, die wir in Israel mittragen. Für die israelische Zivilgesellschaft und für alle in Israel lebenden Menschen, Araber und Juden zugleich.

 

Ich würde Ihnen, meine Damen und Herren, gerne über all diese Organisationen erzählen.
Über Kian, das feministische Zentrum für arabische Frauen;
Itach-Maaki, Juristinnen für soziale Gerechtigkeit;
Jad-be-Jad, für gemeinsame jüdisch-arabische Erziehung;
Igi, für LSBT Jugend; Israel Hofschit für religiösen Pluralismus;
und viele andere.

 

Erlauben Sie mir vielleicht diese eine Geschichte.

 

Im Sommer 2014, kurz vor Ausbruch des letzten Gaza-Krieges, wurde Mouhammad Abu-Hadir, einen 14-jährigen Palästinenser aus Shoafaat nördlich von Jerusalem, von drei jüdischen Israelis entführt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Als Rache, meinten sie.

 

Gadi Gvarijahu, Leiter der Organisation Tag Meir – Leuchtendes Schild – die vom NIF mitgetragen wird, wollte der Familie des Jungen sein Beileid aussprechen. Die Familie wollte aber keine jüdisch-israelischen Besucher empfangen. Doch Tag Meir verfügt, durch jahrelange Versöhnungsarbeit, über viele Kontakte in die palästinensische Gesellschaft. Die Familie wurde umgestimmt.

 

Nun stellen Sie Sich, meine Damen und Herren, das folgende Bild vor. 6 Busse voller Aktivistinnen und Aktivisten von Tag Meir fahren durch das palästinensische Dorf Shoaafat. 6 Busse, 300 Menschen, die offen und mutig für die Werte des NIF, unsere Werte, stehen. Links von ihnen bewaffnete israelische Grenzpolizisten, rechts palästinensische Protestierer mit Steinschleudern.

 

Und in der Mitte diese Kolonne des mitmenschlichen Friedens.

 

Da steht der NIF, meine Damen und Herren.

 

Da stehen wir.

 

Vielen Dank.

Mit Yael Deckelbaum * Talia Sasson * Shelly Kupferberg * Volker Beck * Ruth Kinet * Riad Othman * Jörn Böhme * Ofer Waldman * Berliner Orient Ensemble

Die Veränderungen des Juni 1967 prägen den Nahen Osten bis auf den heutigen Tag. Nachdem das Westjordanland und Ostjerusalem im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs von Israel erobert wurden, befindet sich das Land in einer mittlerweile 50jährigen, völlig erstarrten Realität – geprägt von Gewalt und immer wieder scheiternden Friedensbemühungen auf beiden Seiten. Diese Realität wird zunehmend auch zum zentralen Gegenstand der deutsch-israelischen Beziehungen.

Welchen Einfluss hat der Krieg auf die israelische Zivilgesellschaft, deren Sicherheit laut Angela Merkel „zur deutschen Staatsräson“ gehört? Wie gehen Politik, Medien und Zivilgesellschaft in Deutschland mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt um? Darf die Bundesrepublik sich vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Vergangenheit einmischen – oder ist es nicht sogar vielmehr ihre Pflicht, gerade aufgrund dieser Vergangenheit?

Anlässlich des 50. Jahrestages des Krieges lädt der New Israel Fund-Deutschland (NIF) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin in das Berliner Rathaus am 20. Juni ein, um diese und weitere Fragen anzugehen. Der NIF ist die führende israelische Organisation zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten in Israel und ist seit 2014 auch in Deutschland vertreten.

Grußworte: MdB Volker Beck (B‘90/Grüne), Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe sowie Ofer Waldman, Vorstandsvorsitzender, New Israel Fund Deutschland

Musikalische Eröffnung: Yael Deckelbaum, Prayer of the Mothers
Keynote: Talia Sasson, Präsidentin des New Israel Fund (Englisch mit deutscher Übersetzung)

Podiumsdiskussion: Dr. Ruth Kinet (Journalistin, Deutschlandfunk Kultur), Jörn Böhme (Aufsichtsratsmitglied des NIF-Deutschland, Referent für Nahost und Nordafrika der Fraktion B’90/Grüne im Bundestag), Riad Othman (Nahostkoordinator, Medico International Deutschland), Ofer Waldman (NIF-Deutschland).

Moderation: Shelly Kupferberg (Deutschlandfunk Kultur/RBB). Die Diskussion findet auf Deutsch statt.

Musikalisches Intermezzo: Berliner Orient Ensemble – (Anat Tuvia (Gesang), Hassan Abul Fadl (Oud), Gidi Farhi (Kontrabass), Mevan Younes (Buzuqi)

Am Ende der Veranstaltung wir ein kleiner Empfang angeboten.

Die Veranstaltung wird begleitet von der Ausstellung Schau mich an – israelisch-palästinensische Begegnungen, initiiert und getragen von Givat Haviva Deutschland.

Um Anmeldungen wird gebeten unter koordinator@nif-deutschland.de

oder

https://www.eventbrite.de/e/50-jahre-sechs-tage-krieg-die-deutsche-perspektive-tickets-34949163890?invite&err=29&referrer&discount&affiliate&eventpassword

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22. Juni 2017, 19.00 Uhr

Insitut Français, Schillerstrasse 11, 55116 Mainz

 

Heiliges Land?
Ideologie und Motivation nationalreligöser Siedlerinnen und Siedler und Implikationen für eine Friedensregelung in Israel und Palästina

Eine Veranstaltung mit Dr. Steffen Hagemann

 

Die nach dem militärischen Sieg im Krieg von 1967 errichteten Siedlungen gelten vielen heute als ein zentrales Hindernis auf dem Weg zu einer Friedensregelung. Der Vortrag möchte sich den Siedlerinnen und Siedlern, ihren Motiven und Strategien ausführlich widmen. Zugleich ermöglicht ein differenzierter Blick auch Antworten auf die Frage, ob die Zwei-Staaten-Regelung überhaupt noch umsetzbar ist und wie Wege zu einer Friedensregelung im Hinblick auf die Siedlungen aussehen könnten.

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20. Juni 2017, 19.00 Uhr

Rathaus Der Stadt Mainz, Haifa-Raum

 

1967-2017
Ein Krieg und seine weitreichenden Folgen

Eine Veranstaltung mit Dr. David Withthum

 

50 Jahre sind seit dem Sechs-Tage-Krieg vergangen, fünfzig Jahre mit nachhaltigen Veränderungen nahöstlicher Realitäten. Individuelle Wahrnehmungen und Erinnerungen an den Krieg, politische Folgen und Konsequenzen haben in ganz verschiedener Weise den Umgang mit diesem Ereignis in der israelischen Gesellschaft geprägt. Dazu gehört auch die Frage nach einem dauerhaften und umfassenden Frieden zwischen Israelis und Palästinensern.

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