NIF-Deutschland ist geehrt, die Premiere des Films “Disturbing the Peace” wie auch die Berliner Liveübertragung des alternativen Gedenktags für die Opfer des (jüdisch)israelisch-palästinensischen Konflikts zu unterstützen. Die Kartenanzahl ist leider sehr begrenzt!

 

NIF-Deutschland is honored to support the first screening of “Disturbing the Peace” in Germany and the live broadcast of the alternative memorial day for the victims of the Israeli-Palestinian conflict. Be sure to purchase a ticket soon – their number is limited!

 

Das Event findet auf Englisch statt – The event will be be held in English

 

livestreaminvitation2017

 

NIF DEUTSCHLAND INVITES – Re-thinking Israel in the Middle Eastern space: A Conversation with Dr. Nimrod Goren

 

When: Thursday, 30.3.2017, 19:30 Uhr
Where: “Galerie Saarbach”, Sanderstr 22, 12047 Berlin

 

We are honored to welcome Dr. Nimrod Goren, founder of NIFs grantee, Mitvim, as speaker.
Mitvim: The Israeli Institute for Regional Foreign Policies seeks to reshape Israel’s position in the Middle East, engaging with Arab think tanks and American institutes to form a regional network supporting the peace process.

The event will be held in English.

 

Please RSVP to koordinator@nif-deutschland.de

 

 

NIF DEUTSCHLAND LÄDT EIN – Israel im nahöstlichen Raum neu denken: ein Gespräch mit Dr Nimrod Goren

 

Wann: Donnerstag, 30.3.2017, 19:30 Uhr
Wo: “Galerie Saarbach”, Sanderstr 22, 12047 Berlin

 

Wir haben die Ehre Dr. Nimrod Goren Gründer der durch den NIF unterstützen Organisation Mitvim als Sprecher zu begrüßen.
Mitvim: Das Israelische Institut für regionale Auslandsbeziehungen, ist darum bemüht Israels Position im mittleren Osten durch die Zusammenarbeit mit arabischen think tanks und US Instituten neu zu gestalten, um ein regionales Netzwerk zu produzieren welches den Friedensprozess im Nahen Osten unterstützen sollte.

Das Gespräch findet auf Englisch statt.

 

Um Anmeldung an koordinator@nif-deutschland.de wird gebeten.

 

Ofer Waldman, seit Dezember im Amt, ist überzeugt: Man muss im deutschen Raum „explosiven“ Diskussionen über Israel Legitimität verschaffen. Gleichzeitig glaubt er an gegenseitige Kooperationen: „Die Deutschen fangen erst jetzt an zu begreifen, dass sie zu einer gemischten, heterogenen Gesellschaft werden, da bilden unsere Erfahrungen aus Israel einen großen Vorteil.“

 

Ofer Waldman hört es oft: „Du hast Dich verdeutscht!“ Ob amüsiert, beeindruckt oder schockiert gesagt – den 37-jährigen Waldman überrascht es nicht. Immerhin fing seine „Verdeutschung“ bereits in seiner Jugend an, als er Hermann Hesses „Narziß und Goldmund“ verschlang und sich wünschte, er könne die Originalversion lesen; setzte sich mit seiner Karriere als Hornist fort, zunächst in Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchester in Berlin und später in einer beeindruckenden Reihe deutscher und israelischer Sinfonieorchester; und dauert bis heute an, denn mittlerweile promoviert Waldman zum Thema DDR-Literaturgeschichte und ist beim (sehr deutschen) Deutschlandradio Kultur als Gastkolumnist- und Reporter beschäftigt. Unser Gespräch im Café in seinem Wohnbezirk Neukölln, das natürlich auf unserer gemeinsamen Muttersprache Hebräisch stattfindet, ist mit deutschen Redewendungen bestückt, die er ganz natürlich verwendet und ins Hebräische übersetzt (Disclaimer: Da wir befreundet sind kann ich bezeugen, dass dies keine „Posse“ für das Interview ist).
Auch wenn Waldmans „Verdeutschung“ wie eine Einbahnstraße anmutet, ist er in anderen Zusammenhängen ein Paradeexemplar des Jerusalemer Israeli, solche, die früher als „gebildet“, „werteorientiert“ oder „bodenständig“ bezeichnet und heute verkürzt als „privilegierten Aschkenasi“ (mit „Aschkenasim“ sind europäisch stämmige Juden gemeint, d.Ü.) betitelt werden. Waldman ist sich seines Privilegs wohl bewusst: Der verheiratete Vater von drei Kindern (sein jüngster Sohn wurde erst vor einigen Tagen geboren) übernahm im letzten Dezember die ehrenamtliche Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden des New Israel Fund in Deutschland (NIF-Deutschland), unter anderem als Versuch, seine israelischen und deutschen Seiten miteinander zu vereinen.

 

Du bist von einer erfolgreichen musikalischen Karriere in die akademische und journalistische Welt übergewechselt. Warum nun auch in die Politik?

 

„Die Motivation, die hinter der Übernahme dieser Verantwortung steht, ist dieselbe, die mich zum Journalismus führte – eine Verantwortung sowohl dem Ort, an dem ich lebe, sprich Berlin, als auch dem politischen Gemeinwesen gegenüber, aus dem ich qua Staatsbürgerschaft stamme, also dem Staat Israel. Diese Verantwortung entspringt sicherlich dem Bewusstsein meines privilegierten Status: Ich bin zwischen Rechavia und der Hebräischen Universität in Jerusalem aufgewachsen und konnte eine wunderbare Aufbringung und Bildung als Kind und Jugendlicher genießen. Zweifelsohne standen mir alle Möglichkeiten offen. Auch in Deutschland, als jüdischer-Israeli der als Musiker hierher kam habe ich eine privilegierte öffentliche Stimme, die meines Erachtens eine Verpflichtung gegenüber den Themen, die mir nahliegen, mit sich bringt. Die Tätigkeit beim New Israel Fund ist also keine Richtungsänderung, sondern gewissermaßen eine Fortsetzung. Darüber hinaus ist der NIF-Deutschland nicht nur eine politische Körperschaft, sondern eine die, natürlich neben anderen Aufgaben, eine Plattform für offene politische Diskussionen ermöglicht.“
Der NIF-Deutschland wurde bereits 2014 vom dem Schweizer Psychiater Roger Dreyfus gegründet, der bisher auch den Großteil seiner Ausgaben trägt. In den ersten zwei Jahren seines Bestehens litt der gemeinnützige Verein unter häufigem Personalwechsel und es schien, als fiele es ihm schwer, seinen Platz und seine Rolle in Deutschland zu finden. Waldman, der neben seiner beeindruckenden Kenntnis der deutschen Sprache und der die Geschichte der hiesigen kulturellen Codes gut kennt, möchte nun den NIF als bedeutungsvollen, öffentlichen Akteur zu positionieren.

Ofer Waldman

 

„Als Bürger Berlins glaube ich voll und ganz an unsere Fähigkeit, der Gesellschaft, in deren Mitte wir leben, ebenfalls etwas geben zu können.“

 

Wieso braucht man überhaupt eine deutsche NIF-Filiale?

 

„Alle weltweiten NIF-Affiliationen sind unabhängige Organisationen, deren Aufgabe es ist, den NIF in Israel zu unterstützen ihm jedoch nicht offiziell angehören. Es gibt natürlich einen regelmäßigen Austausch, aber wir bekommen weder direkte Anweisungen noch Geld aus dem Fund in Israel. Keiner der Aktivisten hier wurde aus Israel geschickt – es handelt sich um eine Lokalinitiative von anspruchsvollen, engagierten Personen, die alle ehrenamtlich tätig sind. Es ist mir eine Ehre, zu ihnen zu zählen. Wir haben drei Hauptaufgaben: Die erste, traditionelle Aufgabe ist natürlich das Fundraising. Anderswo auf der Welt wird der NIF von Mitgliedern großer jüdischer Gemeinden unterstützt, in denen beträchtliche Segmente politisch liberal eingestellt sind. Die amerikanische Organisation „J-Street“ ist vielen bekannt, aber auch in Kanada, Großbritannien und in der Schweiz existieren jüdische Gemeinden, in denen viele Mitglieder die zivilpolitischen Werte unterstützen, auf denen der NIF basiert. Diese Situation haben wir in Deutschland leider nicht. Oder vielleicht doch, aber wir haben es bisher noch nicht entdeckt. In Deutschland gibt es nur eine relativ kleine jüdische Gemeinde, verglichen mit anderen Orten in denen der NIF tätig ist, und ihr politisches Profil ist ein leicht anderes. Unsere Tür steht natürlich auch ihnen offen und wir präsentieren uns dort auch, doch streben wir gleichzeitig eher institutionelle Kooperationen an, wie beispielsweise mit politischen Stiftungen wie der Heinrich-Böll-Stiftung (B.90/Grüne), der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke), der Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP), der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) und der Hans-Seidel-Stiftung (CSU). Die zwei letzteren zählen hier zwar als konservativ, sind allerdings in Israel eifrige Unterstützer von Projekten des NIF.“

 

„Die Herausforderungen, mit denen sich die Zivilgesellschaft in Israel und in den unter Israels Kontrolle stehenden Gebieten konfrontiert sehen, sind zum Teil jenen ähnlich, mit denen sich Deutschland auseinandersetzt.“

 

„Rechts“ und „Links“ sind in Deutschland und Israel nicht denkungsgleich. Macht das eure Arbeit hier einfacher?
„Auf jeden Fall. Ich war selbst Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, bin in deren Auftrag durch Deutschland gereist und habe über Israel von meinem politischen Standpunkt aus, den ich nie zu verbergen versuchte, Vorträge gehalten. Ich habe stets erklärt: Wenn Sie die israelischen und die deutschen politischen Karten nehmen, müssen Sie eine starke Verschiebung berücksichtigen. Die CDU ist größtenteils in der Gegend zu verorten, die in Israel gerne als „Mitte“ bezeichnet wird, oder sogar, in Bezug auf Menschenrechtsthemen, weiter nach links orientiert. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry sagte mir kürzlich in einem Interview, dass die meisten Israelis, die sie getroffen habe, viel weiter rechts stünden als das Wahlprogramm ihrer eigenen Partei, die hier als rechtsextrem oder zumindest populistisch eingestuft wird. Der „Likud“ (Heb. „Union“, die israelische Regierungspartei von B. Netanjahu, d.Ü.) stehe viel weiter rechts als Merkels CDU.

 

Wer kommt für euch gar nicht in Frage?

 

„Die populistischen Rechten in Deutschland und Europa erwarten einen israelischen Koscher-Stempel, sozusagen als Legitimation für ihren Fremdenhass, Araberhass und die Ausgrenzung des Islam aus dem europäischen Raum. Die „Likud“-Partei lädt sie auch immer wieder gerne nach Israel ein. Auch wenn es sicherlich interessant ist, mit diesen Personen zu sprechen – das sage ich als Journalist –, sind sie keineswegs potentielle Partner für den NIF. Es gibt gewisse Organisationen, deren „Ahavat Israel“ – die Liebe zum Volke Israel – aus einem bestimmten Grund herrührt, der den Werten des NIF fremd ist. Andererseits, und hier wird grundsätzlich keineswegs ein Vergleich gezogen, gibt es in Berlin eine starke BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions), die allerdings eher eine de-zentrale Bewegung mit vielen verschiedenen Strömungen ist. Wir glauben nicht an den Weg der Ablehnung, sondern an positive Einwirkungen, an Veränderungen von Innen, was selbstverständlich gegen die Prinzipien der BDS steht. Wie dem auch sei: Unsere klare Grenze ist die Anwendung oder der Aufruf zu Gewalt.“
Die zweite Aufgabe des NIF-Deutschlands ist der Aufbau von Kooperationen mit hiesigen zivilgesellschaftlichen Organisationen. „Die Herausforderungen, mit denen sich die Zivilgesellschaft in Israel und in den unter Israels Kontrolle stehenden Gebieten konfrontiert sehen, sind zum Teil jenen ähnlich, mit denen sich Deutschland auseinandersetzt. Rassismus und Fremdenhass gibt es hier und dort“, sagt Waldman. „Wenn ich beispielsweise an ‚Shatil’ denke, eine operative Einrichtung des NIF, die israelischen NGOs Unterstützungs- und Beratungsdienste anbietet, kann das dort akkumulierte Wissen vom großen Vorteil für den deutschen Raum sein. Die Deutschen fangen erst jetzt an zu begreifen, dass sie zu einer heterogenen, gemischten Gesellschaft werden. Das bei ‚Shatil´ gesammeltes Systemwissen könnte hiesigen Organisationen, die sich mit Fragen wie ‚Was tun in einem Raum mit mehr als einer Religion, einer Sprache, einer Herkunft´ beschäftigen, sehr zunutze kommen.“

 

„Der NIF als eine Organisation, die Israelis und Deutsche vereint, verleiht uns eine einzigartige Stellung innerhalb Deutschlands, um mit ‚explosiven´ Diskussionen umgehen zu können.“

 

Glaubst du, dass Israel als gelungenes Vorbild herhalten könnte?

 

Im Großen und Ganzen eher nicht, aber es gibt Organisationen, von denen viel gelernt werden kann. Eine Organisation wie ‚Sikkuy´ etwa, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung ziviler Gleichberechtigung, der u.a. die öffentlichen Investments im arabischen Sektor in Israel begleitet, oder eine Organisation wie ‚Tag Meir´, die nach der Ermordung von Mohammed Abu H´dir aus dem Dort Shoafaat nördlich von Jerusalem (der 16 jährige Abu H´dir wurde von drei jüdischen Israelis im Sommer 2014 bei lebendigen Leibe in Jerusalem verbrannt, d.Ü.) sechs volle Busse mit Kondolenzbesuchern zur Trauerfeier schickte. Also ja, ich glaube, dass es erfolgreiche Beispiele gibt. Es gibt leider nur wenige ihrer Art, aber es gibt sie doch, und ich bin sehr stolz, dass ihre überwiegende Mehrheit durch den NIF unterstützt wird. Und ja, ich glaube, dass Wissen gesammelt wurde, Systemwissen, das auch für Deutschland von Relevanz ist.“

 

Es klingt nach einem Versuch, mit dem üblichen Szenario zu brechen, in dem Israelis um Geld bitten und Deutsche als Sponsoren fungieren.

 

„Eindeutig ja. Ich fühle mich viel besser in einer Situation, in der das Geben und Nehmen ebenbürtig abläuft. Naturgemäß werden viele unserer öffentlichen Veranstaltungen auf Englisch abgehalten, denn unsere Gäste aus Israel können in der Regel kein Deutsch. Dennoch ist es mir wichtig zu betonen, als Bürger Berlins, dass wir kein Fremdkörper und keine Abgesandten Israels sind. Wir sind kein Geldstaubsauger – obwohl das gespendete Geld dann allerdings tatsächlich Zwecken dient, an die ich mit vollem Herz glaube –, doch ich glaube voll und ganz an unsere Fähigkeit, der Gesellschaft, in deren Mitte wir leben, ebenfalls etwas geben zu können.“
Die dritte von Waldman skizzierte Aufgabe des hiesigen NIF ist die Entwicklung einer alternativen Plattform für Diskussionen über Israel und die besetzten Gebiete. „Wir wollen eine alternative Informationsquelle für Entscheidungsträger in Berlin sein, seien dies Medienvertreter oder Politiker in der deutschen Regierung oder der EU. Ich meine, wir können ein wesentlich komplexeres Bild des Geschehens in Israel und den besetzten Gebieten zeigen als das, was hier üblicherweise präsentiert wird; auf jeden Fall ein komplexeres als das offizielle von Israel präsentierte Bild. Wir scheuen keine Diskussion, denn solche Diskussionen stärken uns eher, als dass sie uns schwächen. Ich verstehe das nicht als ‚die schmutzige Wäsche nach außen tragen´. Zum Beispiel das NGO-Gesetz (ein Gesetz, dass NGOs in Israel, die ihre Gelder aus nicht-israelischen, institutionellen Quellen beziehen, zur deutlichen Kennzeichnung ihrer Finanzierungsquellen verpflichtet): Alle politischen Akteure in Israel betreiben Fundraising im Ausland. Das NGO-Gesetz hatte zum Ziel, die politisch linke Seite zu diskriminieren, die mehr institutionelle Förderungen erhält als Unterstützung durch Privatpersonen. Die israelische Justizministerin Ayelet Shaked gab dann selber zu, dass der ausschlaggebende Grund, weshalb sie das Gesetz letztendlich etwas entkräftet hatte, ihr Gespräch mit dem Vorsitzenden der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe Volker Beck (Bündnis 90/Grüne) war, in dem er ihr die Auswirkungen dieses Gesetzes für Deutschland darstellte. Ich bin überzeugt, dass eine alternative Diskussion superrelevant und wichtig ist. Der NIF als eine Organisation, die Israelis und Deutsche vereint, verleiht uns eine einzigartige Stellung innerhalb Deutschlands, um mit ‚explosiven´ Diskussionen umgehen zu können. Es ist doch so, dass wann immer in Deutschland eine Diskussion über Israel angeregt wird, diese größtenteils über die bloße Möglichkeit des Diskutierens und nicht über die eigentlichen Themen kreist.“

 

Es gibt aber Behauptungen, dass es unter der Oberfläche sowieso vor Antisemitismus und Israelhass wimmelt. Wofür also bei Personen Hetze betreiben, die ohnehin schon von Vorurteilten belastet sind?

 

„Solange etwas unter der Oberfläche liegt, ist es schlimm. Wenn es eine unterdrückte Diskussion gibt, lasst sie raus. Sobald etwas offen liegt, kann darüber gesprochen werden. Die Verhängung eines Tabus, das Verbieten von Diskussionen, um gewisse Themen nicht anzusprechen, ist ein sicheres Rezept für die Herbeiführung einer Katastrophe oder für die Entstehung von Vorurteilen. Wir haben es in den USA gesehen, wir sehen es in Israel, und wir sehen es hier in Deutschland mit dem Begriff der ‚Lügenpresse´.“

 

Vielleicht wirst du bei deiner nächsten Einreise nach Israel verhört werden, wie es der US-amerikanischen NIF-Vizepräsidentin Jennifer Gorovitz geschehen ist (Gorovitz wurde bei ihrem letzten Besuch in Israel 1,5 Stunden durch den Sicherheitsdienst am Flughafen festgehalten und zu ihren Aktivitäten beim NIF befragt, d.Ü.)

 

„Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass alle davon überrascht waren. Eigentlich war ich doppelt überrascht: Zum einen, weil klar ist, dass die israelische Regierung den NIF zurzeit als Feind markiert und es nur eine Frage der Zeit war, bis so etwas passieren würde. So wurde uns fabelhafte PR geschenkt, die u. U. die Augen einiger Staatsbürger bezüglich der jetzigen Regierung und ihrer Haltung zur Demokratie geöffnet hat. Die zweite Überraschung stimmte mich sogar heiterer, denn das, was an dieser Geschichte alle konsternierte, war die Tatsache, dass gerade Jennifer verhört wurde – eine Jüdin, die viel für den Staat Israel und das amerikanische Judentum geleistet hat. Plötzlich wurden Methoden, die in der Regel für Mitglieder von Minderheiten ‚reserviert´ sind, an ‚einer von uns´ eingesetzt. Aber es gibt keine und kann auch keine politische Haltung geben, die Gleichheit, Demokratie und Menschenrechte propagiert, und an der Grenze der ethnischen Zugehörigkeit halt macht. Man kann die ‚Brüderlichkeit´ aus dem Schlachtruf der französischen Revolution entfernen und nur an der Freiheit und der Gleichheit festhalten. Wenn israelische Bürger und Bürgerinnen, die sich als Unterstützer einer demokratischen, egalitären und menschenrechtsbasierten Gesellschaft begreifen, einsehen werden, dass Jennifers Verhör tatsächlich Ausdruck einer jüdisch-arabischen Schicksalsverbundenheit ist, dass die Realität jenseits des Fernsehbildschirms und der Trennmauer sie ebenfalls treffen könnte, wird es vielleicht die demokratisch-liberalen Kräfte Israels zur Besinnung bringen.“

 

Was kannst du alarmierten Israelis hier in Deutschland anbieten?

 

„Zu allererst: Es gibt es keine Ausrede mehr, sich über die Nachrichten aus Israel aufzuregen und frustriert darüber zu sein, dass man nichts unternehmen kann (ich kenne das von mir selbst). Es gibt nun die Möglichkeit, den NIF zum Treffpunkt der Community zu machen; die Möglichkeit, anderen Stimmen aus der Mitte des Konflikts und der israelischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen; zu erklären, dass die Trennlinie in der israelischen Gesellschaft nicht unbedingt eine ethnische, sondern eine Bruchlinie zwischen Staatsbürgern und nicht-Staatsbürgern ist, zwischen gesellschaftlichen Klassen, zwischen Peripherie und Zentrum. Diese Sichtweise rückt die Diskussionen in Israel an jene in Deutschland näher. Unser Newsletter kann abonniert und unsere Veranstaltungen können besucht werden. Wir organisieren sowohl kleine Veranstaltungen, wie die ‚NIF-Gespräche´, oder offizielle Events, wie etwa eine für Juni geplante Podiumsdiskussion anlässlich des 50. Jahrestages des Sechs-Tage-Krieges. Natürlich brauchen wir auch finanzielle Unterstützung – wer einen stärkeren NIF in Israel und Deutschland herbei wünscht ist herzlich eingeladen, uns zu unterstützen. Wer spezifische zivilgesellschaftliche vom NIF geförderte NGOs in Israel unterstützen möchte, kann dies über uns machen. So kann die Überweisungsgebühr gespart und die Spende in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden. Die Spende wird dann direkt an die gewünschte Organisation weitergeleitet. Außerdem ist jede Person, die die Werte des NIF teilt, eingeladen, Mitglied zu werden. Wir suchen intensiv nach Kooperationsmöglichkeiten zwischen Organisationen in Israel und den besetzten Gebieten mit gesellschaftlichen Aktivisten und Aktivistinnen in unterschiedlichen Vereinen in Deutschland. Neben unserem bereits bestehenden, wunderbaren Team gibt es noch Verbesserungsbedarf in der Stimmenvielfalt innerhalb des NIF-Deutschland. Ich hoffe auch, dass Mitglieder der arabisch-israelischen Community zu uns stoßen. Unsere Tür stehen allen offen.“

 

Diese Interview wurde von Tal Alon geführt und im September 2017 im Spitz Magazin veröffentlicht.

Wann: Sonntag, 29.1.2017, 11:30 Uhr
Wo: “Yafo”, Gormannstr. 17B, 10119 Berlin

Im Sommer 2016 wurde Mutasim Ali, ein Flüchtling aus Darfur, der erste sudanesische Asylbewerber, dem in Israel Asyl gewährt wurde. Bis dahin hatte Israel Anträge von sudanesischen Bürgern jahrelang nicht zugelassen oder bearbeitet. Mit Hilfe der vom NIF geförderten Flüchtlingsorganisation “Hotline for Refugee and Migrants” wurde der Flüchtlingsstatus Ali schließlich nach jahrelangem Rechtsstreit zuerkannt.
Ali ist einer der bekanntesten Führer der sudanesischen Flüchtlingsgemeinschaft in Israel. Er war 2009 nach Israel geflohen, nachdem er im Sudan aufgrund seiner politischen Aktivitäten verfolgt worden war.

In der ersten Veranstaltung in unserer neuen Reihe “NIF Gespräche” wird Mutasim Ali uns über sein Leben und seine Erfahrungen als Asylbewerber in Israel, sowie seine Arbeit für Flüchtlinge erzählen und für Fragen und Antworten zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Um Anmeldung an koordinator@nif-deutschland.de wird gebeten.

Maariv, 07.12.16

Die NIF-Vorstandsvorsitzende Talia Sasson über ein kürzlich in der Knesset vorgelegtes Gesetz, mit dem illegale Siedlungsaußenposten auf palästinensischem Land legalisiert werden sollen:

(Für mehr Informationen lesen Sie hier eine Presseerklärung auf Englisch.)

Das “Legalisierungsgesetz”, das für Amona erlassen worden ist, ist ein Gesetzesentwurf, über den kein gutes Wort gesagt werden kann – egal, ob man der politischen Rechten oder Linken angehört. Es ist nichts mehr als ein politisches Trickspiel, das zynisch die Wissenslücken der Öffentlichkeit ausnutzt – und das, um das Überleben der Regierung zu sichern.

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27. November 2016

Die schrecklichen Feuer, die am Wochenende in Israel brannten, haben gezeigt, wie Israelis im Angesicht einer nationalen Notsituation zusammenstehen können.
Israelis mit unterschiedlichsten Hintergründen – jüdische und arabische, religiöse und säkulare, linke und rechte – haben gemeinsam die Krise bewältigt, die Feuer gelöscht und für einander gesorgt. Die Berichte, nach denen einige dieser Feuer aus politischen Gründen gelegt wurden, haben diese Solidarität nicht geschmälert.

Lesen Sie hier mehr.

Kommentar von New Israel Fund-Geschäftsführer Daniel Sokatch, Haaretz 18.10.16.

Nentanyahus Racheandrohungen gegen Gegner seiner Besatzungspolitik sind Einschüchterungen, die wir von einer Regierung Putin, Erdogan oder, ja, Trump erwarten würden. In einer demokratischen Gesellschaft dürfen sie nicht akzeptiert werden.

Lesen Sie den Volltext hier (Englisch).